Für mich persönlich die spannendste Ankündigung [1] auf diesjähriger CeBIT und etwas woran ich in den vergangenen Monaten mitgearbeitet habe - das Thema "Social Media" im Unternehmensszenario. Auf der CeBIT werde ich einiges davon vorab zeigen können, die richtige Ankündigung erfolgt auf der MIX-Konferenz in Las Vegas.
Die Idee ist nicht neu, seit mind. 15 Jahren schreibt sich jeder WCM/ECM-Hersteller medienneutrales Cross-Publishing auf die Pfane. Und in der Tat beherrschen die meisten Systeme die Aufgabenstellung ganz prima. Daran scheitert es auch nicht. Die Inhalte waren nicht Social lediglich vorbereitet vorgehalten. Die Ausgabekanäle aus der Vergangenheit waren durchgehend unidirektional, es ging mehr um die Verteilung als um die Interaktion, geschweige den Soziale. Die Verknüpfung der Kanäle erfolgte auch nur im Backend, die Teilnahme der User lediglich als Feedback.
Eine gut ausgebaute aber einspurige Autobahn mit einem hohen Qualitätsanspruch. Leider nicht mehr Zeitgemäß. Nicht der Qualitätsanspruch, sondern die Autobahn.
So in etwa wenn man Voice-over-IP mit einer Schnur und zwei Dosen vergleichen möchte.
Die meisten Unternehmen teilen die Herausforderungen der modernen (sprich aktuellen und zukünftigen) Kommunikation - die Inhalte werden erzeugt, irgendwo abgelegt und werden teilweise prozessorientiert und teilweise ad-hoc verteilt. Am Anfang läuft alles prima, in einem dritten gar vierten Lauf sieht die Welt nicht mehr so rosa aus. Wer gerade noch schafft kampagnenorientiert zu handeln, fragt sich auch schnell ob die Entscheidung richtig war, ob sich die Aktivität im nachinein gelohnt hat und eine weitere folgen sollte? Wie sieht es mit der Monetarisierung aus, hätte man lieber auf die Werbung verzichten und die Inhalte erst gar nicht kostenfrei anbieten sollen? Hinzu kommt natürlich auch die Sorge um die Lizenzen, Rechte und die Qualität (sprich HD). Und um den Buzz. Natürlich die Steuerung und das Monitoring.
Huh! So viel zu beachten und zu lösen ... :-(
Ein Template [2] des "Social Media Newsroom" Konzepts hat bereits vor einiger Zeit die Agentur SHIFT veröffentlicht. Das war m.E. aber nur der erste Schritt. Die Zielsetzung ist in der Tat ähnlich, allerdings wollen wir nicht einen Schritt sondern einen ganzen Weg weiter gehen (und sich nicht in eine einzige Web-Seite reinquetschen). Nicht Web 2.0 sondern Next Web denken. Gar nicht Web sondern IP, über alle möglichen Geräte hinaus.

Es tun sich viele Fragen auf, die eine integrierte, dafür aber serviceorientierte Lösung erfordern. Eine "3 Screens" Strategie - für die mobilen und stationären Geräte, die über IP miteinander verbunden sind. Wie kommuniziert man integriert auf eigener Website, auf PR-Portalen, auf Facebook und Twitter, auf einem Phone, Laptop und einem Media Center PC? Und wie wertet man es aus?
Was ist alles dafür notwendig?
Eine zentrale und medienneutrale Verwaltung der textuellen und multimedialen (Bilder, Audio, Video, Applikationen etc.) Inhalte samt Verwaltung der Meta-Daten und Beziehungen ist die Basis. Darauf kommt das Backend-Tracking und Digital Rights Managements. Dann die Bulk-Prozesse und Workflows. Dann die Services und die Protokolle. Dann eine Bibliothek mit verschiedenen interaktiven Komponenten, die allesamt einen Rückkanal beinhalten. Dann kommt die Monetarisierungsengine und das Frontend-Tracking hinzu. Und so weiter .. So langsam aber sicher werden die Zutaten für ein perfektes Menue aufgelistet. Die Gewürze (sprich die Details) erwähne ich erstmal nicht.
Technologisch spannend ist natürlich die Herausforderung einer verteilten Kommunikation (dafür wurde .NET erfunden, nur das Thema ist nicht mehr so "IN" wie früher), die Interaktion und die Plattformheterogenität (dafür wurde Silverlight erfunden) und die Monetarisierung (dafür wurde das Euro erfunden).
Daher betrachten wir auch alles ein bisschen breiter und haben eine ganze Menge an nützlichen Komponenten in der Tasche, die verschiedene Einsatzszenarien ermöglichen.
[1] http://www.axinom.de/de_axinom_news_socialmedia.AxCMS
[2] http://www.shiftcomm.com/downloads/smnewsroom_template.pdf
PS: Ja, die Inhalte können in der Cloud sein. Ich vermeide nur darüber zu schreiben, weil es derzeit so ätzend konsequent hier regnet .. 